Dienstag, 1. November 2011

Auf der schwedschen Eisenbahne


Surströmming in der Dose
Die Zeit geht hier schneller vorbei, als man denkt. Letzte Woche hatten wir Unterricht von John Ashmen. Er ist der Präsident von Association of Gospel Rescue Missions. Wir sind das Buch Nehemia durchgegangen und haben uns seine Art zu Leiten und Führen angeschaut. Außerdem haben wir die verschiedenen Sozialen Führungsstile kennengelernt. Hier gibt es zum Beispiel Analytics, Driver, Expressive und Amiable. 
John Ashmen mit dem
lecker duftenden
Hering
Also Menschen, die zuerst alles analysieren und darüber nachdenken, dann die Fahrer, die zackig eine Entscheidung treffen und diese dann meist mit aller Gewalt versuchen durchzusetzten oder versuchen ihr Ziel zu erreichen. Expressive fallen oft durch ihren sehr außergewöhnlichen Kleidungsstil oder ein anderes ungewöhnliches Ausdrücken ihrer Persönlichkeit auf. Die letzte Gruppe, die Liebenswürdigen, versucht es immer allen recht zu machen. Außerdem haben sie grundsätzlich jemanden im Arm, streicheln den anderen oder sind am gemeinsamen knuddeln. Gut 2/3 der Studenten in diesem Jahr fällt in die letzte Gruppe =) Ich gehöre nicht dazu…

Alfred liebt den Hering
Letzten Donnerstag war Prayer Day. Wir hatte keine Lectures sondern waren fast den ganzen Tag draußen. Morgens mussten wir uns Vesper fürs Mittagessen richten und dann haben wir einen Laufzettel und einen Kompass bekommen. Auf dem Laufzettel stand die Anzahl der Schritte, die wir gehen mussten, sowie eine Gradangabe für den Kompass und dann hieß es querfeldein durchs Dickicht. An jeder Station stand ein kleines Kreuz und ein etwas größerer Zettel mit den Aufgaben für die jeweilige Station. Es war ein sehr eindrucksvoller Tag in der schwedischen Wildnis mit guten Gesprächen.


 








Beim Dormlife schlachteten
wir eine bei Lidl gekaufte
italienische Panetone =)
Abends durften wir an dem Erlebnis des am schlechtesten riechenden Essen der ganzen Welt teilnehmen. Wir haben zwei Dosen Surströmming aufgemacht und gegessen. Surströmming ist vergorener, verrotteter Hering… Freitagmorgen war wie immer Workday. Ich durfte dieses Mal die Küche schrubben. Im Kühlhaus bzw. Kühlraum ist es auch mit Mütze und Winterkittel noch eisig kalt. Bei manchen Ecken in der Küche hab ich mich dann schon gefragt, wann da das letzte Mal jemand mit einem Putzlappen vorbeigeschaut hat =) Dafür gab es dann zum Mittagessen Schnitzel mit Country Kartoffeln. Wie immer sehr lecker!

 Am Samstag hab ich dann den Brunch sausen lassen und bin mit ein paar anderen zu einem Kunsthandwerksmarkt. Eigentlich hieß es, es würde um halb 10 losgehen… Naja, es ging halt dann doch erst eine Stunde später los und wir haben bei McDonalds gestoppt. 
Doch hier waren wir fürs Frühstück schon zu spät dran. Aber ein extra für dich gebratener Cheesburger zum Frühstück hat auch was. Der Markt war in einer Turnhalle und es gab viele verschiedene Stände. Viele selbstgeknüpfte Teppiche, natürlich allerlei Handwerkskunst und Schnitzereien aus Holz, Kerzen und Puppen, verschiedene Skulpturen aus rostigen Blechdosen und vieles mehr. 
Das ganze wurde zu spottbilligen Preisen angeboten, in Deutschland wäre nur das Währungszeichen ausgetauscht worden um es dann zum 10-fachen Preis zu verkaufen.

Abend war ich wieder im Powerhouse. Ziemlich müde, aber war trotzdem wieder gut. Als Film wurde Big Mamas House gezeigt. Facebook auf Arabisch sieht sehr komisch aus, es ist alles spiegelverkehrt angelegt. Später hab ich dann das Poker spielen beigebracht bekommen. Der Großteil der Erklärungen war auf Arabisch, eine Kurzfassung gab es dann auf Schwedisch. Diese hab ich dann in einer noch kürzeren Version von einer schwedischen Mitschülerin auf Englisch übersetzt bekommen =) Eine Runde hab ich überlebt, in der zweiten bin ich dann leider rausgeflogen. Hat aber trotzdem Spass gemacht.

Der Sonntag war wieder ein ganz „normaler“ Tag. Morgens Gottesdienst, dann ein richtig leckeres Sonntagsessen. Kurz nach dem Essen entstand kurzer Hand die Idee für einen spontanen Kaffeebesuch, angeblich in Holsby. Steffi, als ehemalige Studentin hier, hat und dann aufgeklärt, dass das Kaffee im Nachbarort wäre. Ok, also sind wir losmarschiert. Nach zirka 300m sind wir dann den kürzesten Weg gegangen. Der kürzeste Weg hier in Holsby heißt, ab auf die Gleise. Also sind wir die gut 6km nach Alseda auf den Schienen der schwedischen Bahn gegangen. 
Keine Sorge, wir sind nicht von einem Zug überrollt worden. Hier fährt nur 3 Mal am Tag ein Güterzug… In Alseda durften wir dann lesen, dass das Kaffee erst wieder im November aufmacht. Toll! Also haben wir einen Abstecher in den benachbarten Hundeshop gemacht, die Besitzerin rausgeklingelt, uns 5min umgeschaut und dann ohne was zu kaufen wieder gegangen =) Fast 3 Stunden und 12 Kilometer Schienen später sind wir zum Abendessen wieder zurückgekommen.


Diese Woche haben wir das Thema „Bibel Interpretation“ von John Poysti. Viele Diskussionen und noch mehr Fremdwörter in Englisch. Es wird wieder einen Vokabeltest geben und je nachdem wie wir uns am Unterricht beteiligen, werden wir dann beurteilt. Bibellesen und Bibelverse auswendig lernen ist natürlich auch immer noch angesagt.

Soviel für Heute aus Schweden. Weitere Bilder gibt es in Facebook.

In Schweden nimmt man den
kürzesten Weg ...

... um dann am Sonntagnachmittag
anstatt einen Kaffe zu trinken,
einen Hundeshop zu besuchen =)

Steffi ist diese Woche zu Besuch

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen