Montag, 19. September 2011

Im Zug nach Norden


Für mich war es meine erste „große“ Zugfahrt mit Sack und Pack…
Donnerstagabend in Karlsruhe mit dem Nachtzug nach Kopenhagen. 13 ½ Stunden im Zug. Laut der Hotline der Deutschen Bahn sollte es ein ICE sein. Naja, war es halt nicht. Der CityNightLine“Express“ kam mit fast 45 min Verspätung von Basel her. Vorne eine russische Lok und ein paar russische Waggons, die in Frankfurt dann abgekoppelt wurden.
In Frankfurt zog die Polizei auch ein paar Leute aus den russischen Waggons und der Zug stand fast eine Stunde. In Hannover wurde dann ein Nachtzug aus Amsterdam angekoppelt und die Fahrtrichtung hat insgesamt mindestens 3 Mal gewechselt…

An Schlaf war nicht wirklich zu denken. In meinem Abteil war ein chinesischer Geschäftsmann, der sich um den schlechten Notenschnitt (1,2) von seinem Sohn Sorgen machte. Ein Lübecker Informatikstudent im 14. Semester aus Basel, ein Jugoslawischer Hamburger-Hafen-Arbeiter und eine hochschwangere junge dänische Frau aus Mannheim mit 2 jährigem Sohnemann =) Ich muss schon sagen Dänisch mit Badischem Akzent hat was. =) Der Kleine hat nicht geschlafen und ist entweder im Abteil herumgehüft oder hat geheult. Wenn er beides nicht getan hat, so hat er während der ganzen Fahrt gut 1,5L Milch eingetrichtert bekommen…

Morgens um 10 Uhr hatte ich dann gut 2 Stunden Aufenthalt in Kopenhagen. Im Zug habe ich einen Inder kennengelernt, der nicht sehr gut Englisch konnte, aber dann dachte ich würd mich in Kopenhagen auskennen und daher sehr anhänglich war =).

In Schweden sind die Züge sehr leise, man hört ihn innen kaum fahren, geschweige denn über die Weichen rattern. Nach 3 weiteren Stunden Zugfahrt war ich in Jonköpping. Hier sind noch ungefähr 25 andere Studenten ausgestiegen und wir mussten über die Bahnsteige rennen um unsere S-Bahn nach Vetlanda zu bekommen.

Von da ging es dann in einem leicht überladenen VW-Bus nach Holsbybrunn. Reisezeit von daheim bis zur Bibelschule hier in Schweden ca: 22 Stunden.

Manche sagen jetzt vielleicht „Krass“ aber es war nun mal der billigste Weg. Der Nachtzug nach Kopenhagen hat mich nur gut 30 Euro gekostet, ein Flugticket wäre fast 10mal so teuer gewesen. Und das Zugticket durch Schweden hätte ich so oder so gebraucht.

Außerdem bin ich ja auch im Ökoausschuss im Jugendwerk und die Zugfahrt hat die Umwelt weitaus weniger belastet, als mit dem Auto zu fahren oder gar zu fliegen… 
Das musste jetzt einfach noch sein. =)

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